Geschichte des Kaffees

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts veröffentlichte Antonius Faustus Naironus eine Sage in seinem Werk „De saluberrima potione cahve“. Hierin wird die Entdeckung der Wirkungsweise der Kaffeebohne ausführlich dokumentiert. Erstmalig soll einem Hirten die außergewöhnlich starke Aktivität seiner Ziegen aufgefallen sein, die von einem seltenen Strauch gefressen hatten. Daraufhin wurden die Früchte dieses Strauches, die Kaffeebohnen, zur Zubereitung eines Aufgusses verwendet, der auch auf den Menschen äußerst stark wirkte. Handlungsort dieser Legende ist der Südwesten Äthiopiens, der noch heute als Ursprung des Kaffees gilt.

Heute lässt sich der Zeitpunkt der Entdeckung des Kaffees nicht mehr exakt bestimmen. Übermittlungen zufolge erkannten die Äthiopier bereits im 9. Jahrhundert, dass mit Hilfe der Kaffeebohne ein bekömmliches Getränk hergestellt werden konnte. Erst einige Hundert Jahre später, nämlich zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert, etablierte sich der Kaffee auch in Arabien. Nach Europa gelangte der Kaffee erst im 16. Jahrhundert. Das erste Kaffeehaus auf dem europäischen Kontinent öffnete 1554 seine Pforten in Istanbul und wenig später eröffneten solche Häuser in weiteren Metropolen Europas. Schon bald trank man in den Königshäusern Kaffee, der so immer beliebter wurde. Jedoch genossen ausschließlich die hohen Gesellschaftskreise das Privileg, Kaffee zu trinken, da dieses edle Heißgetränk einen stolzen Preis hatte. Daher nahm die einfache Bevölkerung Europas mit verschiedenen Getränken, wie beispielsweise Malzkaffee, vorlieb, die das Original ersetzen sollten. Nachdem der Anbau der Kaffeepflanze auf zahlreiche Kolonien ausgeweitet wurde, sank der Preis und Kaffee konnte seinen Siegeszug antreten, der noch bis heute anhält.